Zum Internationalen Tag der Kinderrechte: Was ist nötig, damit Kinder mit Typ-1-Diabetes beim Geburtstag mitfeiern können?
Mutterstadt (ots) -
Eine Geburtstagseinladung ist für die meisten Familien in wenigen Minuten geklärt. In Familien mit einem Kind mit Typ-1-Diabetes braucht sie oft mehrere Tage: Essen abklären, Betreuung organisieren, Ansprechpartner finden. Rund 35.000 Kinder und Jugendliche in Deutschland leben mit Typ-1-Diabetes [1], am häufigsten beginnt die Erkrankung bei den 7- bis 13-Jährigen [2]. Also genau in den Jahren, in denen Geburtstage und Klassenfahrten den Kalender bestimmen. Zum Internationalen Tag der Kinderrechte am 20. November lädt UNICEF Deutschland Schulen bundesweit zum "YES-Day" ein und richtet die Aufmerksamkeit damit unter anderem auf Themen wie Mitbestimmung und Beteiligung [3]. Für viele Kinder mit Diabetes entscheidet sich Beteiligung eben auch an einem gedeckten Tisch.
Kompetenz und Selbständigkeit bereits im Kindesalter stärken
Welchen Unterschied frühes Üben machen kann, zeigte sich diesen Sommer am Beispiel des deutschen Tennisprofis Alexander Zverev: Er lebt seit seinem vierten Lebensjahr mit Typ-1-Diabetes und gewann binnen weniger Monate die French Open und die US Open. Kohlenhydrate einschätzen, den eigenen Körper lesen, selbstständig handeln: Was Kinder beim Umgang mit Diabetes von klein auf lernen, ist dieselbe Grundlage, die auch bis an die Weltspitze tragen kann. Je früher ein Kind sich im Alltag mit Ernährung, Portionen und seinem eigenen Körper vertraut macht, desto selbstverständlicher wird der Diabetes; egal ob auf dem Spielplatz oder im Spitzensport. Wie viel Selbstständigkeit ein Kind dabei übernehmen kann und welche Unterstützung es braucht, ist individuell. Entsprechend empfiehlt die internationale Fachgesellschaft für Diabetes im Kindes- und Jugendalter ISPAD, die ärztliche Beratung an die jeweilige Familie anzupassen und nicht umgekehrt [4].
Achtsamer Umgang statt Ausgrenzung
"Ein Kind soll auf einer Geburtstagsfeier vor allem eines sein: Gast. Dafür braucht es nicht weniger Aufmerksamkeit für den Diabetes, sondern die richtige", sagt Heiko Scharfenort, Gründer von WETID.
Wie unterschiedlich das Umfeld dabei wirken kann, zeigt eine schottische Studie mit 24 Kindern zwischen neun und zwölf Jahren [5]: Manche Freunde halfen wie selbstverständlich, andere lösten mit ihren Blicken Unbehagen aus. Damit das Umfeld genau die Unterstützung geben kann, die Kind und Familie benötigen, sind drei Fragen vor der Feier besonders wichtig:
- Was gibt es zu essen, und wer hilft? Eltern und Einladende klären das vorab. Bei Klassenfahrten kommt eine verlässliche Absprache zur Betreuung dazu.
- Liegen die Angaben bereit? Verpackungen, Rezepte und Portionsgrößen helfen beim Einordnen. Das passiert am besten vorab in Ruhe, nicht erst am gedeckten Tisch.
- Was möchte das Kind? Welche Hilfe willkommen ist und wie über den Diabetes gesprochen wird, entscheidet die Familie altersgerecht. Betreuungspersonen brauchen dafür ausreichend Informationen und das Kind muss messen, Insulin geben und fragen dürfen, ohne sich dafür zu erklären.
Wissen ist besser als Schätzen
Die Nährstoffsuche WETID MyDia zeigt zu Lebensmitteln Kohlenhydrate und Fett-Protein-Einheiten (FPE) und rechnet beide auf die tatsächliche Portion um. Bei selbst zubereiteten Speisen bleiben Rezept und Menge dabei entscheidend, denn ein Datenbankeintrag gibt Orientierung, keinen Messwert für den konkreten Teller. WETID MyDia ist kein Medizinprodukt, berechnet keine Insulindosis und ersetzt keine ärztliche Beratung oder Diabetesschulung.
Wenn notwendige Informationen leicht zugänglich sind und die Unterstützung zum Kind passt, bleibt mehr Raum für das Entscheidende: dass Kinder mit Typ-1-Diabetes selbstverständlich mitfeiern und einen schönen Nachmittag erleben können.
Über WETID
WETID ist ein Unternehmen aus Mutterstadt in Rheinland-Pfalz. Mit der Nährstoffsuche WETID MyDia unterstützt es Menschen mit Diabetes und ihr Umfeld beim Einordnen von Lebensmitteln und Mahlzeiten. Die Anwendung ist für iOS und Android verfügbar und wird von mehr als 39.000 Menschen genutzt.
Quellen
[1] Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) und diabetesDE - Deutsche Diabetes-Hilfe: Deutscher Gesundheitsbericht Diabetes 2026. Abrufbar unter: https://www.ddg.info/politik/veroeffentlichungen/gesundheitsbericht, zuletzt aufgerufen am 17.09.2026.
[2] Robert Koch-Institut, Diabetes-Surveillance: Inzidenz Typ-1-Diabetes bei Kindern und Jugendlichen (0-17 Jahre), Beobachtungszeitraum 2014-2022. Abrufbar unter: https://www.gbe.rki.de/DE/Themen/Gesundheitszustand/KoerperlicheErkrankungen/DiabetesMellitus/diabetesmellitus_node.html, zuletzt aufgerufen am 17.09.2026.
[3] UNICEF Deutschland: Internationaler Tag der Kinderrechte 2026 - Schulaktion "YES-Day". Abrufbar unter: https://www.unicef.de/informieren/einsatz-fuer-kinderrechte/schulaktion, zuletzt aufgerufen am 17.09.2026.
[4] Annan SF, Higgins LA, Jelleryd E et al.: ISPAD Clinical Practice Consensus Guidelines 2022: Nutritional management in children and adolescents with diabetes. Pediatric Diabetes 2022;23(8):1297-1321.
[5] Rankin D, Harden J, Barnard KD, Stephen J, Kumar S, Lawton J: Pre-adolescent children's experiences of receiving diabetes-related support from friends and peers: A qualitative study. Health Expectations 2018;21(5):870-877. doi:10.1111/hex.12802.
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